Kosten

Bevor Sie mich beauftragen, erhalten Sie einen Überblick über die voraussichtlichen Kosten. Dabei bin ich an die Vorgaben des Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gebunden. Dieses regelt, für welche Tätigkeiten ein Anwalt was abrechnen darf.

Für Beratungen kann das Honorar frei ausgehandelt werden. Ich vereinbare regelmäßig Pauschalhonorare ab 100 EUR abhängig vom Arbeitsaufwand und Haftungsumfang. Dies gilt beispielsweise für die Anfertigung von Betreuungsvollmachten oder die Überprüfung von Verträgen.

Für Schriftverkehr mit Dritten fällt in der Regel eine 1,3 Geschäftsgebühr bezogen auf den Gegenstandswert an. Die Festsetzung des Gegenstandswerts ist ebenfalls vorgegeben. So berechnet sich der Wert einer Zahlungsklage nach der Forderungshöhe, der Wert einer Kündigungsschutzklage nach dem dreifachen Bruttogehalt und der Wert einer Scheidung nach dem Nettogehalt, das beide Eheleute in den letzten drei Monaten vor Antragstellung verdient haben.

Beispiel:
Flugverspätung über 4 Stunden, Flugstrecke 4.000 km, Ehepaar
Gegenstandswert 1.200 EUR (2 x 600 EUR Entschädigung)
Geschäftsgebühr 149,50 EUR + Auslagen 20 EUR + USt. = 201,71 EUR

In Gerichtssachen kann in der Regel eine 1,3 Verfahrensgebühr und eine 1,2 Terminsgebühr abgerechnet werden. Vorgerichtlich angefallene Gebühren werden dabei zur Hälfte angerechnet.

Auch wird die Mitwirkung des Anwalts bei einer vergleichsweisen Erledigung des Rechtsstreits durch eine 1,0 Einigungsgebühr (vorgerichtlich 1,5) honoriert.

Beratungs- und Prozesskostenhilfe

Der Staat unterstützt Menschen mit geringem Einkommen bei der Rechtsverfolgung. Denn der Zugang zum Recht soll allen offen stehen und nicht nur denen, die es sich leisten können. Ich teile diese Auffassung und bin gern bereit, Sie trotz der geringeren Vergütung zu vertreten.

Wenn Sie hoffen, Ihr Anliegen außergerichtlich regeln zu können, besteht im Hamburger Umland die Möglichkeit, über das zuständige Amtsgericht einen Berechtigungsschein für Beratungshilfe zu erhalten. Mit diesem Schein kann ein Anwalt eigener Wahl beauftragt werden, der seine Tätigkeit mit dem Gericht abrechnet. Der Hilfesuchende muss lediglich einen Eigenanteil von 15 € an den Anwalt zahlen.

Hamburg hat sich dazu entschieden, die außergerichtliche Beratung mit Hilfe juristischer Fachkräfte selbst durchzuführen. Hier können Sie sich daher an die Öffentliche Rechtsauskunft (ÖRA) wenden. Näheres erfahren Sie unter https://www.hamburg.de/oera/

Wird Unterstützung in einem Gerichtsverfahren benötigt, prüft das Gericht neben Ihren finanziellen Verhältnissen zusätzlich, ob Ihr Anliegen Aussicht auf Erfolg hat. Da Sie im Falle einer Niederlage auch bei Prozesskostenhilfe die Anwaltskosten der Gegenseite tragen müssten, ist dies durchaus hilfreich.

Um Beratungs- oder Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen zu können, muss eine Erklärung zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen vorgelegt werden. Ich habe die Formulare vorrätig und kann diese gerne zusammen mit Ihnen ausfüllen und anschließend beim zuständigen Gericht einreichen. Sie finden die Formulare mit Ausfüllhinweisen auch unter dem Menüpunkt Download auf meiner Website.

Legal Tech Unternehmen und kostenlose Schlichtungsstellen

Legal-Tech Unternehmen, also online Plattformen wie Flight Right, die sich der massenhaften Durchsetzung von Zahlungsansprüchen widmen, sind keine Rechtsdienstleister, sondern arbeiten auf der Grundlage einer Inkassoerlaubnis. Sie lassen sich die Forderungen abtreten und behalten im Erfolgsfall 20% bis 35% des vereinnahmten Betrages ein. Dies ist mehr als ein Anwalt abrechnen dürfte.

Der Vorteil solcher Online Plattformen liegt darin, dass Verbraucher nur im Erfolgsfall zur Kasse gebeten werden. Anwälte dürfen dagegen keine Erfolgshonorare vereinbaren. Denn Anwälte sollen neben Gerichten und Staatsanwaltschaft die Wahrung des Rechts sicherstellen. Sie sind als Organ der Rechtspflege sowohl der Allgemeinheit als ihren Mandanten verpflichtet und sollen unabhängig von jeder Einflussnahme agieren. Diese Unabhängigkeit wäre gefährdet, wenn Anwälte vom erfolgreichen Ausgang eines Verfahrens profitieren würden.

Verbraucher können aber für viele Streitigkeiten auch kostenlos auf Schlichtungsstellen zurückgreifen, die ebenfalls ein Online-Verfahren anbieten. Allerdings müssen Sie sich zuvor unter Fristsetzung bei dem jeweiligen Unternehmen beschweren. Nach Ablauf der Frist können Sie sich dann an die zuständige Schlichtungsstelle wenden. Zuständig bei Flugverspätungen wäre z.B. die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (https://soep-online.de/).